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Das Logo der Telefonseelsorge
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Die Ursprünge der TelefonSeelsorge

Bereits 1896, zwei Jahrzehnte nach der Patentierung des Fernsprechers, rief der Baptistenpfarrer Harry Warren in New York so etwas wie eine TelefonSeelsorge ins Leben. Er wollte das Telefon als Kontaktbrücke nutzen, um Suizidgefährdeten einen anderen Weg als den der Selbsttötung aufzuzeigen.

Dieser Ansatz scheiterte bald: Es gab noch zu wenig Telefone.

In England entstand 1953 ein Notruf für Suizidgefährdete. Der Baptistenpfarrer West gab in einer Londoner Zeitung ein Inserat auf: "Before you commit suicide, ring me up!" ("Ehe Sie einen Suizidversuch unternehmen, rufen Sie mich an!") Die Idee war ihm gekommen, als er ein vierzehnjähriges Mädchen beerdigen mußte, das Suizid begangen hatte. West konnte seine Initiative aus persönlichen Gründen nicht fortführen, und der anglikanische Pfarrer Chad Varah griff sie auf. Aufgeschreckt durch die hohe Suizidrate in London veröffentlichte er am 1. November 1953 ein Inserat gleichen Inhalts in der "Times", dem er seine Telefonnummer hinzufügte.

Schon bald konnte er die große Anzahl der Anrufe, die ihn erreichten, nicht mehr alleine bewältigen. Er wählte zu seiner Unterstützung Frauen und Männer aus und gründete eine Organisation mit dem Namen "The Samaritans". Der Name war Programm: In der biblischen Geschichte kümmert sich der Samariter um Verletzte, Kranke, Bedürftige, "unter die Räuber gefallene Menschen" ohne Ansehen der Person, ohne Frage nach Religions- oder Volkszugehörigkeit, aus Verantwortung für die Mitmenschen.

TelefonSeelsorge in Deutschland

In Deutschland entstand die erste TelefonSeelsorgestelle im Oktober 1956. Der Berliner Arzt, Pfarrer und Psychotherapeut Klaus Thomas veröffentlichte am 05. Oktober 1956 eine private Telefonnummer für die "Ärztliche Lebensmüdenbetreuung". Ein Jahr später entstanden die Stellen in Kassel und Frankfurt.a.M., und man einigte sich auf die Bezeichnung "Telefonseelsorge". 1959 folgten Hamburg und Köln, 1960 Kiel und Stuttgart. In den folgenden Jahren zog sich ein Netz von Neugründungen über die ganze Bundesrepublik.

In der DDR wurde 1986 (Anlaß war der Kirchentag) die erste TelefonSeelsorge in Dresden gegründet. Die Kirchliche TelefonSeelsorge Berlin-Mitte folgte 1988. Das SED-Regim begegnete diesen Bemühungen mit sehr viel Mißtrauen und versuchte sie in jeglicher Weise zu stören. Trotzdem konnten sich beide Stellen etablieren und wurden dankbar von Hilfesuchenden angenommen.

Nach der Wende im Jahr 1989 entstanden weitere Stellen in allen neuen Bundesländern. Inzwischen arbeiten in Deutschland mehr als hundert TelefonSeelsorge-Stellen rund um die Uhr.

Am 1.Juli 1997 gab es zwei wichtige Neuerungen: Die TelefonSeelsorge ist seither aus jedem Ortsnetz in Deutschland unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 0800/1110111 und 0800/1110222 zu erreichen. Jeder Anruf ist für Ratsuchende jetzt kostenlos. Die Deutsche Telekom AG übernimmt als Partner der TelefonSeelsorge die Verbindungsgebühren.

Deutsche Telekom

 

Organisationsformen

TelefonSeelsorge in Deutschland lag von Anfang an in der Hand der beiden großen Kirchen. Seit 1961 sind Neugründungen überwiegend ökumenisch. Die Trägerschaft ist unterschiedlich, sie reicht von einem Kirchenkreis, einem Dekanat, einem Bistum oder einer Landeskirche bis hin zum gemeinnützigen Verein.

TelefonSeelsorge-Gespräche werden derzeit in über hundert örtlichen Stellen entgegengenommen. Dort versehen Ehrenamtliche den Dienst am Telefon, je nach Stelle siebzig bis hundert. Die in der Regel hauptberufliche Leitung ist für die Organisation der Stelle und für Auswahl, Ausbildung und Begleitung der Mitarbeitenden verantwortlich.

Ein persönliches Beratungsangebot bieten die 12 Offenen Türen, die mit der Entstehung und Entwicklung der Telefonseelsorge verbunden sind. Sie befinden sich an einem zentralen Ort und beraten Menschen ohne Voranmeldung und lange Wartezeiten in seelischen, sozialen und religiösen Fragen. Die Ratsuchenden können anonym bleiben, was manchen Menschen am Anfang das Sprechen erleichtert. Wie bei der TelefonSeelsorge gibt es zunächst keine Eingrenzung der Themen. Manchmal ist es notwendig und sinnvoll, Ratsuchende an eine weiterführende Spezialberatung zu verweisen.

Regional haben sich die einzelnen TS-Stellen und Offenen Türen in Regionalverbänden zusammengeschlossen, auf Bundesebene in der Evangelischen Konferenz für TelefonSeelsorge und Offene Tür und in der Katholischen Konferenz für TelefonSeelsorge und Offene Tür.

Die "Evangelisch-Katholische Kommission für TelefonSeelsorge und Offene Tür" erarbeitet auf ökumenischer Basis die wichtigsten Grundsatzvereinbarungen, die Rahmenvorgaben zur Aus- und Weiterbildung Ehrenamtlicher und zur Fortbildungen für Hauptverantwortliche. Sie bereitet die jährlich in Vierzehnheiligen stattfindende "Leiterinnen- und Leitertagung für TS und OT" vor.

TelefonSeelsorge ist ein Beispiel für gelungene ökumenische Zusammenarbeit.

zur Chat-und Mail-Beratung
0800-1110111